
03.06.2009
Heliumaufbereitung
Kältemittel R22 zur Fehlerprüfung bald verboten:
Die Schlüsseltechnologie liefert das deutsche
Unternehmen Witt-Gasetechnik
Die höheren Kosten für das Edelgas Helium, das ab 2010 das verbotene Prüfgas R22 ersetzt, lassen sich mit einer Aufbereitungsanlage drastisch senken.
Gase wie z.B. R22 (Chlordifluormethan) kommen in industriellen Fertigungsprozessen zur Fehlerkontrolle zum Einsatz: Sensible Produkte, die absolut dicht sein müssen, werden damit beaufschlagt. Tritt das Gas irgendwo unerwünscht aus, ist das Bauteil fehlerhaft.
Das nur noch bis Ende 2009 verwendbare R22 wird im Prüfprozess verbraucht und gelangt als „Klimakiller“ in die Umwelt – der Grund für das Verbot. Mit dem vergleichsweise extrem teuren Helium als unmittelbarem Substitut würden allerdings die Kosten der Qualitätskontrolle ins Uferlose schießen. Aus diesem Grund ergänzt man die Prüftechnik um eine Anlage zur Helium-Aufbereitung: Das kostbare Edelgas wird nahezu vollständig zurückgewonnen und wiederverwendet.
„Einsparungen von 20.000 EUR pro Tag sind realistisch“, rechnet Produktmanager Christian Schmitz vom Gastechnik-Hersteller WITT vor. „Die Anlage amortisiert sich damit innerhalb weniger Wochen“. Voraussetzung indes sei ein entsprechender Verbrauch. Der ist gegeben, wenn der gesamte Ausstoß der Fertigung einzelgeprüft wird – was beispielsweise bei sicherheitsrelevanten Produkten oft der Fall ist. „Interessant sind Verbräuche ab mehreren Kubikmetern m² pro Tag“, so Schmitz.
Witt baut das technologische Herz solcher Anlagen: Das Gas-Misch-, Dosier- und Analysesystem. Eine Gasaufbereitungsanlage arbeitet als geschlossener Kreislauf. Zum Fehlercheck kommt der Prüfkörper in eine Kammer, die hermetisch dicht ist. Die eigentliche Leck-Kontrolle übernimmt ein Analysesystem, das austretende Gasmoleküle bis in den ppm-Bereich (parts per milion) registriert. „Die technologische Herausforderung liegt in der Prozessgenauigkeit und im Zusammenspiel der Komponenten“, erklärt Schmitz.
Tatsächlich keine einfache Aufgabe: Denn um den Heliumeinsatz gering zu halten, gibt man bis zu 85 Prozent Stickstoff hinzu. Zudem wird das anfangs noch optimale Gemisch im Prüfprozess laufend durch Luft verunreinigt. Was nicht zu tolerieren ist, da eine eventuelle Oxidation sowohl den Prüfkörper als auch die Gasaufbereitungsanlage schädigen könnte. Das Mischverhältnis muss also über alle Phasen des Prüfvorgangs konstant bleiben, da
nur so eine definitive Aussage über mögliche Lecks getroffen werden kann.
Für diese anspruchsvolle Aufgabe hat Witt seit Jahren Einzellösungen im Programm, die sich durch extreme Genauigkeit auszeichnen und den Stand des technisch Machbaren repräsentieren. In den Anlagen zur Helium-Aufbereitung führt das Unternehmen nun diese Komponenten zu einem Gesamtsystem zusammen. Technische Alternativen gäbe es zwar, so Schmitz. Diese böten jedoch nicht die für den maximalen Einspareffekt nötige Präzision.
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