
02.10.2009
Sicherheitseinrichtungen
Beim autogenen Schweißen, Schneiden und Brennen kann es zu Flammenrückschlägen kommen, die Mensch und Material gefährden. Der Anwendungsexperte Andreas Heyer vom Gasetechnik-Spezialisten Witt erklärt, was zu beachten ist.
Herr Heyer, wo genau liegt das Problem?
Brenngase wie Acetylen, Propan und Wasserstoff können zusammen mit Sauerstoff zu schweren Unfällen führen, weil die Gemische hoch explosiv sind. Typische Ursachen sind beschädigte Düsen, undichte Verschraubungen, Sauerstoffüberdruck und Gasmangel. Vielschichtig sind die menschlichen Fehler, die deutlich überwiegen und immer vorkommen werden.
Kann der Anwender die Gefahr rechtzeitig erkennen?
Oftmals nicht. Wer verantwortungsvoll arbeitet, prüft vorab den Zustand seiner Gerätschaften. Während der Arbeit auf pfeifende Geräusche achten, die auf ein Leck hinweisen. Ein deutliches Signal ist das bekannte Abknallen des Brenners. Dann sofort den Gasfluss abstellen. Kommt es allerdings zum Flammenrückschlag, ist das Unglück unaufhaltbar. Denn das Feuer rast mit zweifacher Schallgeschwindigkeit in Richtung Gasversorgung und kann dort eine Explosion auslösen, wenn keine Schutzvorrichtung montiert ist. Nur mit Glück bleibt es beim geplatzten Schlauch oder Brand im Druckminderer.
Was empfehlen Sie?
Sofern nicht ohnehin vorgeschrieben, unbedingt eine sogenannte Sicherheitseinrichtung zwischen Gasversorgung und Arbeitsgerät verwenden. Das sind kleine Armaturen, die den Gasfluss im Bruchteil einer Sekunde stoppen und bereits entstandene Flammen ersticken, bevor diese kritische Bauteile erreichen.
Auf was sollten Einkäufer achten?
Das Wichtigste ist banal: Nur bei Markenherstellern wie WITT und dessen authorisierten Händlern kaufen. Denn zunehmend überschwemmen Produktpiraten mit Imitaten den Markt. Ein Problem, auf das auch der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V) aufmerksam macht. Wer sich darauf einlässt, könnte den Deal mit seinem Leben bezahlen, wenn die Teile beim Unfall versagen.
Zur Technik, was macht eine gute Sicherheitseinrichtung aus?
Die besseren bieten dreifachen Schutz mit Gasrücktrittventil, Flammsperre und Nachströmsperre. Damit ist der Anwender abgesichert: Rückströmende und etwaig explosive Gasgemische werden augenblicklich gestoppt, wobei aufkommende Flammen im gesinterten Kern der Armatur verlöschen. International gilt die Norm ISO 5175, bei uns zusätzlich DIN EN 730. Sicherheitseinrichtungen von WITT sind überdies von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) geprüft. Das ist nicht nur technisch vorteilhaft, sondern hilft auch in Versicherungsfragen.
Gibt es Nachteile beim Einsatz von Sicherheitseinrichtungen?
Nein, jedoch sind Sicherheitseinrichtungen für einen definierten Druckbereich und Volumenstrom konzipiert, der je nach Gasart und Temperatur variiert. Also muss die richtige Sicherheitseinrichtung für die jeweilige Anwendung und Situation ausgesucht werden. WITT bietet dazu in seinem Produktspektrum eine umfangreiche Auswahl. Weiterhin sollte der integrierte Schmutzfilter regelmäßig kontrolliert werden, was der Anwender selbst erledigen kann. Ein prinzipieller Aspekt ist sehr wichtig: Konventionelle Systeme, auch die mit Dreifachschutz, stoppen zwar den Gasfluss bei einem Gefahrenimpuls, geben ihn jedoch danach selbsttätig wieder frei, sofern die temperaturgesteuerte Nachströmsperre nicht ausgelöst hat. Der Anwender merkt allenfalls eine kurze Unterbrechung. Daher sollte man Sicherheitseinrichtungen mit zusätzlicher druckgesteuerter Nachströmsperre wählen. Weil diese dauerhaft blockiert, bleibt kein Vorfall unentdeckt. Der Anwender sucht die Ursache, stellt sie ab und reaktiviert die Sicherheitseinrichtung. Ein Innovation von WITT - dem Unternehmen, das die trockene Sicherheitseinrichtung vor etwa 65 Jahren erfunden hat.
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